Drei goldene Böcke

Der Informationen Ior Bocks zufolge gibt es noch weitere Artefakte der heidnischen Kultur, die an verschiedenen Plätzen in Finnland vergraben sind. Es handelt sich hierbei um drei Statuen von goldenen Böcken, jede 288kg schwer, drei Kristallkugeln und die Regalien( Krone, Apfel und Szepter) des letzten Königs der Asen.
Zwei goldene Böcke und liegen unter zwei Eichen in Snappertuna vergraben, ca. 80 km westlich von Helsinki. Unglücklicherweise steht dieses Gelände, das Eigentum der Kirche ist, unter Naturschutz und die zuständige Museumsbehörde verweigert uns seit 8 Jahren die Erlaubnis, die Schätze zu heben. Ein anderer goldener Bock und die Regalien des letzten heidnischen Königs sind im Hof einer alten Burg vergraben, die auf einer Flußinsel in der Stadt Kajaani, ca. 600km nördlich von Helsinki, liegt. Am 12. Oktober 1990 unternahmen wir eine Expedition nach Kajaani, um das Gelände der Burg mit einem Metalldetektor abzusuchen. Wir wußten von Ior, wo der goldene Bock vergraben ist, und an der von ihm ausgewiesenen Stelle signalisierte das Gerät ein großes Stück Metall in einer Tiefe von vier Metern in der Mitte des Burghofes.(siehe Abbildung und Website über die geophysikalischen Messungen)

Georadarbild aus der Burgruine von Kajaani

 

Lesen Sie ein Gespräch zwischen Ior Bock und einem Lappländischen Zeitungsredakteur aus dem Jahre 1990.

Bock Mythologie und die Burg Kajaani

Bock fragt uns, ob wir zuerst Tee trinken wollen: "Dadurch werden wir uns besser fühlen."
Wir sitzen in einem Hotel in Kajaani. Bock hat versprochen, mir seine Familiengeschichte zu erzählen. Die Geschichte, auf der seine Suche nach dem goldenen Bock in Kajaani beruht.
"Er ist unter dem Hof der Burg Kajaani, und ich werde die Stadt nicht eher verlassen, bis er vor meinen Augen steht. Ich werde den Bock nicht wegnehmen von hier. Er gehört allen und insbesondere den Leuten von Kajaani. Ich will, dass die Bürger von Kajaani ihn bewundern können."
Während wir auf den Tee warten, sprechen wir über das Stadtbild Kajaanis. Bock ist das erste Mal hier.
Wir reden über Elias Lönnrot, Eino Leino und Urko Kekkonen. Bock ging gestern abend ins Theater, um sich die Kupletti-Vorstellung anzusehen. Er schaute sich die gesamte Vorstellung an. "Es war brillant. In Helsinki sehen wir nichts davon."
Theater geht Bock sehr nahe. Er selbst hat im Schwedischen Theater in Helsinki gespielt, und als er Touristenführer in Sveaborg wurde, waren seine Vorträge sein Theater. In der Festung von Sveaborri eroberte er die Herzen seiner Zuhörer. Nachdem wir Tee getrunken haben, bittet mich Bock , mit ihm auf dem Boden zu sitzen. Er selbst sitzt im Schneidersitz mit der Flexibilität eines Tänzers. Tatsächlich war Bock auch als Tänzer bekannt. Nachdem wir den Kassettenrekorder zwischen uns gestellt haben, beginnt Bock mit seiner Geschichte:
"Die Sonne ist ein Ring, die Sonne ist ODEN, und die Strahlen der Sonne haben alles Grüne geschaffen, das auf unserem Planeten existiert. Und vor der christlichen Religion war die Sonne immer die Nummer 1." Bock schaut mir direkt in die Augen, was unbestreitbar einen hypnotischen Effekt hat.
"Dann gibt es den Mond und der verändert sich immer. Es gibt Neumond, Vollmond und Halbmond. Der Mond verändert seine Form, aber die Sonne ist immer rund."
Danach erzählt Bock von den Ringländern. "Weil die Sonne ODEN ist und ODEN ein Ring, bedeutet UUDENMAA Ringland. Um UUDENMAA gibt es sechs weitere Ringländer: Turunmaa, Hämeenmaa, Kymenmaa, Estinmaa, Liivinmaa und Latvianmaa. In UUDENMAA lebten die ASER und sie hatten die ASERsprache (rot). In den Ringländern außerhalb UUDENMAAs lebten die VANER und ihre Sprache war die VAN-Sprache."
Zu dem Ringland Uudenma gehörten auch die Inseln. Bock erläutert, wo die Inseln sich befinden (vor der Küste Helsinkis). Die Mythologie von UUDENMAA oder auch Väinämöinen-Mythologie kommt von diesen Inseln.
Bock steckt sich ein Beedie an, das in finnischen Geschäften nicht zu kaufen ist. Ich glaube, er brachte die Beedies von Indien mit. Er hat mehr als fünfzehn Winter in Goa, Indien, verbracht, in einem kleinen Fischerdorf, das früher eine portugiesische Kolonie war. Eine alte Burg erinnert die Goaner noch an die Kolonialzeit. Mir wurde erzählt, dass Bock in Goa bekannt und beliebt sei. Beedierauch schwebt zwischen uns, als er mit seiner Story fortfährt:
"In der finnischen Mythologie, der Väinämöinen-Mythologie, gibt es acht Charaktere, vier männliche und vier weibliche. Die Hauptfiguren sind UKKO und AKKA, LEMMINKÄINEN und Joutsen, Seppo und Maya, Sampo und Aino."
Bock spricht länger über das alte Fortpflanzungssystem, das auf dem Respekt vor der Naturkraft des Spermas basierte: "In diesem System zeugte LEMMINKÄINEN die Kinder. Er schwängerte Joutsen, seine Frau, die die gesündeste und schönste von allen war. Joutsen gebärte mindestens 7 Töchter und 12 Söhne. Das erste Mädchen wurde im Alter von 27 Jahren Königin, genannt MAYA, und der erste Sohn wurde mit 27 König, genannt SEPPO Illmarinen. Im Alter von 27 wurde der 12 Sohn zum neuen LEMMINKÄINEN, der eine neue Joutsen erhielt. Beide zeugten widerum 7 Töchter und 12 Söhne. Mit dem neuen LEMMINKÄINEN und der neuen Joutsen wurden die vorhergehenden zu UKKO und AKKA."
Bock spricht über die verschiedenen Farben, die diese Figuren repräsentierten. Durch diese Farben wurden die Menschen an die Ideale erinnert, die zu verschiedenen Perioden ihres Lebens gehörten.
Die Geschichte hat ihre eigene Logik, aber am Anfang, wenn man zuhört, eröffnet sie sich nicht sofort. Danach erzählt Bock über drei verschiedene Gesellschaftsgruppen in den Ringländern, den JARLs, KARLs und TRELs. Der Ursprung des Systems geht wieder zurück auf LEMMINKÄINEN, der auch die DISAS oder Stammütter schwängerte; die starken Söhne der Stammütter wurden RABIS, die wiederum Kinder mit den JARLfrauen zeugten. Die JARLmänner zeugten Kinder mit den KARLfrauen, und die KARLmänner zeugten Kinder mit den TRELfrauen. Die TRELmänner hatten kein Recht sich fortzupflanzen.
"In Finnland vor dem Jahre 1050 konnte jeder TREL sagen, mein Vater ist ein KARL, jeder KARL konnte sagen, mein Vater ist ein JARL, jeder JARL konnte sagen, mein Vater ist ein RABI, und die RABIS konnten sagen, mein Vater ist LEMMINKÄINEN, dessen Vater widerum UKKO war. UKKO war der Vater von allen, der All-Vater in diesem alten Fortpflanzungssystem bis zum Jahre 1050."
Das alte System brach zusammen, als die Christen nach Finnland kamen. Danach erzählt Bock über verschiedene Rituale des alten Systems, ihre Festivals, Zeremonien zwischen Frauen und Männern, den Tempeln, Kapellen, Opferstätten und Burgen. Ich breche fast zusammen vom Rauch und den Worten, als Bock zum ersten Mal über die Burg Kajaani spricht.:
" Da gibt es KARL-JARL-e-pu-ri." Bock erzählt, wo der Name herkommt. KARL ist die Mittelklasse, JARL die höchste Klasse in den Ringländern, E- bedeutet Eiche, Pu- bedeutet Stammbaum, und ri- heißt wieder und wieder. Laut Bock diente Kajaani als eine Art Fortpflanzungszentrum, ein Platz, an dem die JARLs und die KARLs sich trafen, um Kinder zu zeugen. Er erklärt auch, wie die Konstruktion der Burg dieses möglich machte.
Er spricht lange über UKKOS und AKKAS Stein und ihre ETTESTUPA'S ( Plätze in der Natur, von wo aus sie aus dem Leben schieden d.V.). Dann erzählt er, wie dasselbe Fortpflanzungssystem auch in der gesamten arktischen Welt existierte- von Skandinavien bis England. Die ganze Zeit begründet er die Geschichte auf der Ähnlichkeit zwischen Wörtern und Lauten. "Die Sounds kann man nicht verändern. Die Klänge sind wahr," bemerkt er.
Das alte Fortpflanzungs- und Opfersystem fing an sich zu verändern, als die christliche Religion in den Norden kam. Der LEMMINKÄINEN-Tempel, der laut Bock in Sibbo, Gumbostrand liegt, wurde im Jahre 987 verschlossen. Dieser Tempel war der zentrale Tempel aller Ringländer, wohin jede Generation eines jeden Ringlandes ihre schönsten Objekte brachte. Als der LEMMINKÄINEN Tempel geschlossen wurde, wurden drei goldene Böcke außerhalb des Tempels aufbewahrt. Nach Bocks Geschichte flüchteten die Einwohner von UUDENMAA im Jahre 1050 aus der Gegend, als der schwedische König und eine mitteleuropäische Armee auf der Halbinsel Hanko ankam. Dann begann die Zerstörung von UUDENMAA.
SEPPO und MAYA gingen nach Norden nach Karljarlepuri, wo die finnischen Könige und Königinnen ihre Burg zwischen 1050 und 1250 hatten. Zuvor hatte Bock erzählt, dass SEPPO und MAYA den Mond repräsentierten und König und Königin waren. SEPPOs und MAYAs Eltern (UKKO und AKKA) gingen nach Korvatunturi (heutige finnisch-russische Grenze in Lappland. d.V.).
Danach begibt sich Bock ins Jahr 1248 A.D.
"In dieser Zeit gab es ein großes Ereignis: Alexander Newski, der die griechisch-orthodoxe Kirche vertrat, und Birger JARL, der für die römisch-katholische Kirche stand, schlossen einen Vertrag am Fluß Vane, der die Grenze zwischen den beiden Systemen markierte. Bei diesem Zusammentreffen änderten sie auch den Namen des Flusses von Vane in Newa. Danach erhielten SEPPO und MAYA das Recht, in ihre alte Heimat zurückzukehren. Als sie Karljarlepuri verließen, vergruben sie den goldenen Bock an der tiefsten Stelle des Burghofs im Granit. Die anderen goldenen Böcke wurden schon früher unter zwei Eichen in Snappertuna vergraben, ein Platz, der damals der Familie Bock gehörte. Im Jahr 1250 hat meine Familie dem Birger JARL versprochen, dass wir nichts über diese Mythologie vor dem Jahr 1984 erzählen"
Damit beendet Bock seine Geschichte.


Danach gehen wir am Ufer des Kajaaniflusses spazieren. Ior ist verblüfft, als er hört, dass die Polizei die Burg bewacht, damit er und seine Freunde nicht ohne eine offizielle Erlaubnis anfangen zu graben. Er zeigt mir die Stelle, wo der Bock vergraben liegt- ganz sicher.

Die Burgruine von Kajaani

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