Part II : Tolkien’s Geheimnis

1957 findet er in der Bücherei in Exeter eine finnische Grammatik. Aufgeregt schreibt er in einem Brief an W.H. Auden: "Es war als hätte ich einen Weinkeller gefunden, der mit den verschiedensten Weinen mit völlig neuen Geschmacksrichtungen gefuellt war." Und später: „Ich habe den Versuch, eine nicht überlieferte „germanische“ Sprache zu erfinden aufgegeben und meine „eigene“ wie auch alle anderen erfundenen Sprachen wurden in der Struktur und Aussprache ziemlich „finnisiert“.“
Nun wissen wir von einem Sachverhalt, der Tolkiens Haltung zur Frühgeschichte und zum Wahrheitsgehalt der Kalevala modifiziert, hätte:
Tolkien betrieb Ahnenforschung. Es ist auch mehr als wahrscheinlich, dass er sich innerhalb seines Familienstammbaumes einem finnischen Ursprung sehr verwandt fühlte. Schließlich wäre er nicht der erste Engländer gewesen, dessen Vorfahren von Finnland nach England gezogen wären. Als berühmtestes Beispiel sind hier wohl die Gebrüder Wright zu nennen, die Anfang letzten Jahrhunderts die motorisierte Luftfahrt erfanden und deren Vorfahren mit dem auf englisch unaussprechlichen Namen Wricht aus Helsinki einwanderten.
Und- in rot- dem altschwedischen- heißt tolv-king= 12 Könige. Dieser Ausdruck bezieht sich auf das 12-Königssystem der Asen (den Söhnen und Töchtern Lemminkäinens) im Gegensatz zum 10-Königssystem der Vaner (der Menschen, die außerhalb Uudenmaas lebten). In dem Sinne hätte Tolkien mehr mit den Asen zu tun gehabt als er ursprünglich gedacht hatte. Wir hörten bereits, wie physisch real Mittelerde für ihn war.

In direkter Nachbarschaft von Tolkkinnen befand sich das Sommerhaus eines Mannes, dessen Sohn ab 1984 eine nur in seiner Familie überlieferte Geschichte erzählte, von der diese Website handelt. Es ist dies die Geschichte der nordischen Könige in der Heidenzeit, Könige, die auch in der Kalevala auftauchen mit Namen wie Seppo Ilmarinnen, Sampo und Aino, Lemminkäinen.

1984 wurde am Schwedischen Folkloreinstitut in Helsinki diese Geschichte notiert, die für sich in Anspruch nahm, die Kalevala auf die Füße zu stellen. Laut der notierten Saga - im folgenden Bock Saga genannt- sind die legendären Figuren der Kalevala nicht nur Mythe, sondern historische Figuren aus Fleisch und Blut gewesen, die vor tausend Jahren gelebt haben. Von einem historischen Atlantis war da die Rede, einer Millionen Jahre alten Zivilisation, einem Ur-Alphabet und archäologischen Artefakten in einem Berg, die das ganze beweisen würden. Was wäre, wenn Tolkien von dieser Geschichte gehört hätte?

Schweigen wäre notwendig gewesen - allein aus Selbstschutz, denn Informationen über unsere heidnische Vorzeit, die so viel von archaischer Fruchtbarkeit und Sexualität vermitteln, gelten auch heute noch nicht unbedingt als politisch oder moralisch korrekt. Dabei geht es nicht nur um die Gebräuche und Lebensentwürfe unserer Vorfahren, sondern auch um ihre Sittenbilder und lange tabuisiertes historisches Material, spektakuläre Einzelheiten über das Werden und Vergehen unserer heidnischen Vorfahren, ohne deren jahrtausende langes Leben wir nicht existieren würden. Interesant genug für Literatur. Es gab für Tolkien keinen Grund, nicht die Geschichte von der Degeneration eines alten Königsystems zu erzählen, in der der Ring kein Ritual mehr war, kein heiliger Ort, sondern zur Materie geronnene politische imperiale Macht. Und so geschah es.

Zufällig befindet sich der Eingang zu diesem Berg (dem Original Bocksberg), der tatsächlich mit einem rituellen Ring etwas zu tun hat, etwa 500 Meter hinter der Siedlung Tolkkinnen.Gut für die Ahnenforschung.
Und wir können auf dieser Website erfahren, was es mit dem Berg, dem Ring und anderen Metaphern Tolkiens in Wirklichkeit auf sich hatte. Demgemäß ist der Berg kurz hinter Tolkkinnen die Grundlage für vieles, was er in seinen Büchern unter die Erde verbannte. An der Öffnung dieses Berges, dem -nach der Saga- Eingang zu einem unterirdischen Tempelsystem, arbeitet seit 1987 eine internationale Gruppe von Interessierten.

"Der Herr der Ringe", so unsere These, hatte also eine sehr materielle Quelle der Inspiration. Der Schritt von der Kalevala zu Bock Saga ist nicht weit. Von dieser Quelle handelt diese Site. Wer wissen möchte, mit welcher Art der Weltchronik sich J.R.R. Tolkien auseinandergesetzt haben könnte, ist eingeladen, den hier dargestellten Aufsatz über die Chronik der Welt auf deutsch oder englisch zu lesen (Siehe Menu-Saga).

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